6 Tipps für erfolgreiches Video Content Marketing

zuletzt aktualisiert: 29. Oktober 2019

Videos sind aus dem Marketing-Mix nicht mehr wegzudenken, das ist bei den meisten angekommen. Laut Studien, z.B. dem Report „The Future of Content Marketing“ von HubSpot, ist das Verlangen nach Videos im Vergleich zum Vorjahr noch weiter gestiegen und Unternehmen punkten weiterhin mit Video Content.

Kurz: Menschen lieben Videos und Google liebt Videos, sodass Webseiten mit Videos eindeutig bevorzugt werden.

Deshalb: Wer im Jahr 2020 gute Inhalte für seine Kommunikationskanäle möchte, wird an Video Content Marketing nicht vorbeikommen. Im Folgenden geben wir Euch 6 Tipps für erfolgreichen Video Content.

Tipp 1: Entwickelt eine Video Content Marketing Strategie

Ihr habt das Potenzial von Videos erkannt und wollt sofort starten? So einfach ist es leider nicht. Bevor die Videoproduktion beginnt, solltet Ihr eine Content-Strategie entwickeln und Euch mindestens diese Fragen stellen:

  • Welche Ziele verfolge ich mit meinen Videos?
  • Wer ist meine Zielgruppe und auf welchen Plattformen finde ich sie?
  • Welche Botschaft haben meine Videos?
  • Wie sollten meine Videos aufgebaut sein?
  • Und welche Videos passen zu welcher Plattform?

Bei erklärungsbedürftigen Produkten bieten sich einfach produzierte Tutorial-Videos an, in denen z.B. die Bedienung erklärt wird. Bei abstrakten, schwer greifbaren Themen kann ein animiertes Erklärvideo sinnvoll sein.

Bei stark visuellen Produkten wie Autos oder Fashion können für den Anfang schöne Imageaufnahmen, evtl. in Kombination mit Menschen, die die Produkte testen und ihre Meinung dazu äußern, reichen. Langfristig überleben aber die Videos, die eine gute Story haben. Stichwort: Storytelling.

Neben der Webseite und YouTube gibt es noch viele andere Social-Media-Plattformen, auf denen Ihr Eure Videos streuen könnt. Aber Ihr solltet vor der Produktion bedenken, dass sich nicht alle Videoformate und Erzählweisen für jede Plattform eignen. Auf Facebook werden u.a. längere Livestreams immer beliebter, wogegen auf Instagram die kürzeren Videos besser ankommen. Die Plattform Tiktok entwickelt sich zum Must-have für Marken, die sich verjüngen wollen. Hier trifft man die ganz junge Zielgruppe, die sogenannte Generation Z.

Informiert Euch also genau über die unterschiedlichen Plattformen und entwickelt eine Strategie über verschiedene Social-Media-Plattformen hinweg.

Wichtig ist, dass Ihr stets Eure Zielgruppe im Blick habt. Niemand sitzt herum und wartet auf Euer Video. Ihr müsst den Menschen einen Grund geben, sich das Video anzuschauen.

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Tipp 2: Gebt dem Zuschauenden einen Mehrwert

Informiert:

Der Zuschauer soll aus den Videos etwas lernen und informiert werden. Wichtig ist, nützliche und relevante Informationen über das eigene Unternehmen, das Produkt oder die Marke anzubieten. Vielleicht hat die Zielgruppe auch konkrete Fragen?

Fragen bei Youtube
Empfehlung: Zur Planung gehört eine Analyse beliebter, relevanter Suchanfragen bei YouTube

Gebt im Video die Antworten und weitere Hilfestellungen. Das kann Kundenservice-Anfragen genauso betreffen wie Themen rund um den Einsatzbereich Eures Produkts. Dadurch bekommt der Zuschauer ganz von selbst ein Gefühl für die Vorteile des Produkts, z.B. auch im Gegensatz zum Wettbewerb.

Die Firma WeberGrills z.B. zeigt in Tutorial-Videos, was der Grill alles zaubern kann. Die Rezepte und Zubereitung werden in den Mittelpunkt gestellt und „helfen“ dem Zuschauer, besser zu kochen bzw. den Grill besser einsetzen zu können:

Weckt Emotionen:

Der Mensch ist ein emotionales Wesen! Wenn Ihr Gefühle bei Euren Zuschauern erzeugt, steigt zum einen die Chance, dass sie Euer Video länger im Kopf behalten, zum anderen die Chance auf Interaktion, also teilen oder kommentieren. Emotionen können Freude, Inspiration aber auch Mitgefühl oder Betroffenheit sein. Am besten gelingt das mithife von Storytelling, der Kunst des Geschichtenerzählens. Bei der Masse an Content, die wir jeden Tag konsumieren, springt Ihr als Unternehmen nur ins Auge, wenn Ihr einige Kenntnisse über gutes Storytelling besitzt.

Ein hervorragendes Beispiel für emotionalen Content und gutes Storytelling liefert EDEKA mit dem Weihnachtsclip „Heimkommen“ mit ca. 60 Millionen Aufrufen bei YouTube:

Wie auch in diesem Video beginnt jede interessante Geschichte mit einem Konflikt. Der Konflikt des älteren Mannes ist, dass er es mit einer klassischen Einladung nicht schafft, seine Kinder an Weihnachten um sich zu haben. Also greift er zu einer radikalen Maßnahme und inszeniert seinen Tod. Der Konflikt ist der Ausgangspunkt für den Aufbau seiner und Eurer Geschichte. Natürlich solltet Ihr darauf achten, dass Ihr immer Konflikte nehmt, die in dem Video auch gut lösbar sind. Bei Technologieunternehmen kann man z.B. Konflikte wählen, die sich durch eine Produktinnovation auflösen.

Stellt Euch generell zu Beginn des Konzipierens folgende Frage: Welches Bedürfnis meiner Zielgruppe kann ich mit meinem Video stillen? Unterhalte ich sie oder gebe ich ihr einen Nutzen? Warum sollte der Zuschauer mein Video auf seinen Kanälen teilen?

Tipp 3: Interagiert mit Euren Zuschauern

Die Interaktionen mit Deinem Content sind ein wichtiger Faktor für den nachhaltigen Erfolg. Nicht nur, weil sich Deine Zuschauer beteiligt fühlen, auch für das Ranking bei Google zählen Interaktionen. Das sind nicht nur die Klickraten, sondern auch Faktoren wie die Besucherzeit, Absprungraten oder Verlinkungen.

Aber: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Der Mensch mag es nicht, permanent Entscheidungen zu treffen. Außerdem habt Ihr ja ein bestimmtes Ziel festgelegt, dessen Erreichen Ihr im Idealfall später messen wollt. Sagt deshalb Euren Zuschauern ganz genau, was sie als nächstes tun sollen. Nutzt dafür einen klaren Call-To-Action, den ihr nicht nur in die Videobeschreibung einbaut, sondern auch im Video selbst ansprecht. Das kann über einen Sprecher oder Untertitel erfolgen oder per Aufforderung und Verlinkung im Abspann. Hier kommen Beispiele für Calls-To-Action:

Die Youtube Klassiker Liken, Teilen, Kommentieren
Ebenfalls Seite folgen, Nächstes Video ansehen oder Kanal abonnieren
Klicken, wenn Ihr z.B. wollt, dass sie zur Website oder einer Registrierung gelangen
Kaufen, wenn Ihr z.B. wollt, dass sie zu Landingpage oder einem Online-Shop gelangen
Kontakt aufnehmen, wenn Ihr wollt, dass Sie auf Euer Kontaktformular gelangen

Es gibt also unterschiedliche Möglichkeiten, um Euren Zuschauern mitzuteilen, was sie als nächstes tun sollen. Wichtig ist, dass Ihr sie an die Hand nehmt und mit der Entscheidung nicht allein lasst.

Tipp 4: Suchmaschinenoptimierung für Videos (Video-SEO)

Das beste Video erreicht nichts, wenn es nicht gefunden wird. Außerdem sollen Eure Videos nicht nur Views erzeugen, sondern auch einen möglichen Traffic auf Eurer Webseite, Landingpage oder auf Eurem Blog. Um langfristig einen hohen Traffic zu generieren, solltet Ihr daher Eure Videos direkt nach dem Upload optimieren.  Hier kommen die Must-haves zum Thema Video-SEO auf YouTube:

Schon der Dateiname des Videos sollte treffende Keywords enthalten
Wählt einen treffenden, kurzen und attraktiven Titel
Nehmt ein schönes Vorschaubild (Thumbnail), welches auch das Keyword im Dateinnamen hat
Nutzt die Video-Beschreibung (ca. 5000 Zeichen) so gut wie möglich aus. Neben einem kurzen Appetizertext zum Video, solltet Ihr relevante Keywords und Verlinkungen textlich sinnvoll unterbringen
Wählt zum Inhalt des Videos passende Tags (Keywords).
Erstellt Untertitel: Der Großteil der Videos auf z.B. Facebook wird ohne Ton angeschaut. Stellt daher unbedingt sicher, dass die Zuschauer die Message eures Videos auch ohne Ton mitbekommen, indem Ihr Untertitel anbietet
Solltet Ihr Videos auf Eurer Webseite einbinden, dann nutzt dafür den Embed Code von YouTube. Zum einen wird die Größe Eures Videos reduziert, was die Ladezeiten gerade auf Mobilgeräten verkürzt, zum anderen erhöht Ihr die Views Eures YouTube-Videos, was wiederum Einfluss auf Algorithmus und Ranking von YouTube hat.

YouTube möchte, dass die Nutzer genau die Videos zu sehen bekommen, für die sie sich interessieren. Deshalb wertet der Algorithmus alle zur Verfügung stehenden Parameter aus, um die Relevanz eines Videos für eine Suchanfrage abschätzen zu können.

Tipp 5: Kurbelt die Verbreitung aktiv an

Euer Video steht jetzt auf Eurem YouTube-Kanal. Auch habt Ihr es auf all Euren Kanälen verbreitet (Social–Media-Accounts, Partnernetzwerke, Mailings etc.) Je nach Inhalt möchtet Ihr aber eher Neukunden als Bestandskunden ansprechen, eher neue Follower gewinnen als Eure bestehenden informieren. Dann kommt Ihr um die Bewerbung Eures Videos nicht herum. Die organische Reichweite nimmt über alle Kanäle hinweg ab, sodass Ihr für die Verbreitung Eures Videos etwas Budget einplanen solltet.

Ihr könnt Euer Video als Anzeige auf Social Media schalten oder Kooperationen mit Online-Portalen oder Influencern eingehen, die zu Eurer Zielgruppe passen. Bei Anzeigen ist die Dauer des Videos entscheidend. Deshalb ist es sinnvoll, Teaser zu Euren Videos produzieren zu lassen, also eine Appetizer-Version von ca. 30-45 Sek.

Laut Studien entscheidet der Zuschauer in den ersten 8 Sekunden, ob er eine Anzeige überspringt oder bis zum Ende anschaut. YouTube empfiehlt Werbetreibenden sogar, die ersten 6 Sekunden ihres Videos zu nutzen, um die Kernbotschaft rüberzubringen. Platziert deswegen Eure Kernaussage direkt zu Beginn. Verzichtet in diesen Sekunden auf ein Intro, das Euer Logo einfliegen lässt oder Euren Kanal promotet, denn das kostet Zeit.

Tipp 6: Miss Deinen Video Content und optimiere

Überlege Dir vorher, was Du erreichen möchtest: Geht es darum, dass das Video Dein Unternehmen bekannter macht, bzw. dass Du mit Bewegtbild einen emotionalen Zugang zu Deinem Unternehmen geben möchtest? Oder möchtest Du konkrete Aktionen wie Verkäufe, Anrufe oder Anfragen messen, also einen Lead generieren?

Tipps für eine Basic-Messung:

Klicks - Am einfachsten zu messen ist die Anzahl der Klicks oder auch Views. So findet Ihr ganz einfach heraus, wie viele Personen sich das Video bereits angesehen haben.
Qualität - Die View-Through-Rate misst, wie viel Prozent der Zuschauer Dein Video zu Ende geschaut haben. Mit dieser Information, z.B. aus dem YouTube-Analyse-Tool, bekommst Du einen Hinweis auf die Qualität des Videos.
Interaktionsrate - Die Interaktionsrate misst die Anzahl der Kommentare, Shares und Gefällt-mir-Angaben im Verhältnis zur Anzahl Deiner Fans bzw. Follower.
Conversion-Rate - Die Conversion-Rate misst Aktionen wie Käufe, Downloads, das Ausfüllen des Kontaktformulars, die auf Deiner Webseite erfolgreich gemacht wurden. Diese Info gibt Dir einen Einblick in den Erfolg des Videos, wenn Du es vorher als Ziel definiert hast. Die Conversion-Rate wird von den Analyse-Tools, z.B. Youtube, oft bereits berechnet.

Um den optimalen Content für Deine Zielgruppe zu erstellen, solltest Du zumindest immer eine Basic-Messung durchführen und Deine Videos optimieren. Zum Beispiel schauen, an welcher Stelle des Videos die größte Absprungrate liegt, um z.B. Länge oder Dramaturgie anpassen zu können.

Fazit: Für eine erfolgreiches Video Content Strategie zahlen sich Strategie, Kreativität und Analyse aus.

Das Wichtigste am Anfang ist eine Video-Content-Strategie. Das ist ein Must-have, damit Budget und Wo (man-Power) nicht verschwendet wird und das Ganze auf Nachhaltigkeit beruht und nicht im Chaos endet.

Darauf aufbauend solltest Du regelmäßig Deinen Video Content analysieren, Deine Strategie optimieren und vor allem für die folgende Video-Produktion dazulernen.

Probiere Dinge aus und sei kreativ. Hab keine Angst, neue Erzählweisen auszuprobieren oder einer ganz verrückten Idee nachzugehen. In der Content-Produktion und generell im Online-Marketing muss man ganz viel austesten.

Mit diesen Tipps könnt Ihr den Grundstein für erfolgreiches Video-Marketing legen. Wir wünschen Euch viel Erfolg! Ihr könnt uns jederzeit ansprechen.